Reiherliebe

2. März 2026

~ und sie wird über all die Jahre nicht weniger ~

Über all die Jahre, in denen ich fotografiere, haben es mir besonders die Reiher angetan.
Sie haben mit ihren feingliedrigen Beinen einfach was elegantes an sich und strahlen auf mich  Ruhe und Gelassenheit aus.
Das Gefieder ist  unfassbar facettenreich und spannend.

Im Frühjahr und im Herbst haben es mir besonders die scheuen Silberreiher angetan.
Sich ihnen anzunähern, ist zumindest in meiner Region, eine echte Kunst und immer wieder eine Herausforderung.
Ein großer Wunsch von mir, ist es mal einen Silberreiher mit Schmuckfedern zu sehen und fotografisch festzuhalten.
Im Spätsommer dagegen, gibt es immer wieder Sammelplätze, wo sie gemeinsam auf Nahrungssuche gehen.
Besonders reizvoll ist hierbei die Interaktion der Reiher zu beobachten.

Graureiher, die mich sogar noch intensiver während all meiner Fotojahre begleiten, bereiten mir besonders im Winter Freude.
Denn auch hier gibt es immer wieder begehrte Sammelplätze, wo sie auf Nahrungssuche gehen.
Zusätzlich verlieren sie ein wenig ihre Scheu vor Menschen und es kommt sogar vor, dass man sie an wenig befahrenen Straßen
auch auf der Straße laufend antreffen kann.
In der Stadt lebende Graureiher haben sogar noch weniger Scheu vor Menschen. Und doch sollte man auch hier Distanzzonen wahren.
Tiere zeigen einem bei genauer Beobachtungsgabe, mit kleinen Reaktionen und Nuancen in der Bewegung, ganz klar auf, wo eine Annäherung enden sollte. Jeder gewissenhafte Naturbeobachter sollte diese Grenzen respektieren.
Man kann wunderbar vorhandene Vegetation als Deckung nutzen und so ohne Störung das Verhalten beobachten.
An manchen Orten benötigt man nicht mal Deckung, wie z. B. in einem Stadtpark.
Doch auch dort nutze ich sehr gerne vorhandene Deckung, mal als kunstvolles Element, mal einfach, um nicht zu stören.

Bei Silberreihern ist dieses Vorgehen sogar noch wichtiger. Meine schönsten Beobachtungen konnte ich bisher nur im Spätsommer und einmal im Nebel machen.
Deckung ist bei ihnen in meiner Region enorm wichtig. Ist die Vegetation mal flacher, gehe ich sogar gebückt und nicht gerade rückenfreundlich vor.
In all den Jahren konnte ich nur einen Nachtreiher mal im Flug entdecken. Auch eine Art die auf meiner persönlichen Wunschliste steht.

Und so schön der Purpurreiher auch sein mag, so würde ich nie extra zu den bekannten Spots fahren,
nur um ein Foto zu machen, welches schon tausend andere Fotografen gemacht haben.
Irgendwann wird es auch einem Purpurreiher zu stressig, wenn sich immer wieder Menschen in der Nähe seines Brutplatzes aufhalten,
um an Bilder zu kommen.
Mir persönlich ist es wichtiger, dass sich eine, in Deutschland, nur selten vorkommende Art wohlfühlt, genug Nahrung findet und ohne Störung sich um seinen Nachwuchs kümmern kann.
Der Schutz solcher Arten sollte immer oberste Priorität haben.
So werde ich also nie diese wundervolle Art live erleben, habe aber dafür mir gegenüber ein reines Gewissen und bleibe mir einfach treu, weil es meiner persönlichen Einstellung entspricht ohne andere zu verurteilen.
Verhalten, welches ich jedoch verurteile ist,  wenn durch unachtsames Vorgehen, ein nicht zu behebender Schaden angerichtet wird.
Wenn eine Brut aufgeben wird oder Vegetation bewusst zerstört wird, nur um noch näher an die Art heranzukommen.

PS, ich habe die Kommentarfunktion bei all meinen Blog Einträgen rausgenommen, weil sie mir vom Aufbau her nicht gefällt, Feedback kann mir gerne per Kontaktformular oder auf Instagram mitgeteilt werden. Ich kann aber auch gut ohne Feedback leben,
dieser Blog soll lediglich meine Erfahrungen, meine Philosophie und gemachte Beobachtungen festhalten.